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🎵 Unsere Gemeinde

Die Oberlinger-Steinmeyer-Orgel

Sie bringt Musik in unsere Kirche!

Die Gimmeldinger Orgel besitzt das älteste Gehäuse im protestantischen Kirchenbezirk Neustadt und war der erste mechanisch traktierte neobarocke Neubau der Region.

Oberlinger-Steinmeyer-Orgel Gimmeldingen

📜 Geschichte der Orgel

1749–50
Johann Michael Hartung (Bad Dürkheim) erstellt die erste Orgel im süddeutschen Barockstil – 13 Register auf einem Manual und Pedal. Prospekt und Gehäuse sind bis heute erhalten.
1781
Reinigung durch die Orgelbauer Stumm, ein neues Register wird eingebaut.
1803–06
Kirchenumbau: Ignaz Seuffert (Kirrweiler) setzt das Orgelwerk auf die Empore im Westen um.
1899
Angebot von Franz Xaver Christ zur romantischen Umgestaltung – kommt nicht zur Ausführung. Lediglich die Posaune wird durch ein Cello 8' ersetzt.
1951
Ausstattung mit elektrischem Windmotor durch Orgelbau Kemper (Lübeck). Sachverständiger Adolf Graf empfiehlt Erweiterung auf 2 Manuale.
1956
Neubau durch Gebr. Oberlinger (Windesheim): 20 Register auf 2 Manualen und Pedal, mechanische Schleifladen, neobarock. Einweihung am 29. April 1956.
1995
Erneuerung der Traktur (Mechanik) durch G. F. Steinmeyer (Oettingen).
2015
Neue Zimbel 4-fach 1' ersetzt die zu schrille Zimbel 4-fach 1/2'. Einbau durch Orgelbaumeister Peter Ohlert (Kirkel).
2019
Überarbeitung der Intonation durch Raab & Plenz (Hackenheim). 12 neue Pfeifen im Principal 8'.

🎹 Dispositionen

📖

Hartung-Orgel (1749–1956)

Originaldisposition · 13 Register

Manual (C, D–c‴)

  • Gedackt8'
  • Quintadena (Bass)8'
  • Solicional (Discant)8'
  • Principal4'
  • Gedackt4'
  • Quint3'
  • Octave2'
  • Sesquialter1½'
  • Mixtur IV1'
  • Cimbel1'
  • Vox humana8'

Pedal (C, D–f°)

  • Subbaß16'
  • Octavbaß8'
  • Posaune8'
Tremulant, Pedalkoppel
🎵

Oberlinger-Steinmeyer-Orgel (seit 1956)

Aktuelle Disposition · 20 Register

Hauptwerk (I) C–g″

  • Principal8'
  • Rohrflöte8'
  • Octave4'
  • Kleingedackt4'
  • Superoctave2'
  • Sesquialter II2⅔'
  • Mixtur V1⅓'
  • Trompete8'
  • Tremulant

Positiv (II) C–g‴

  • Gedackt8'
  • Koppelflöte4'
  • Principal2'
  • Terz1⅗'
  • Quint1⅓'
  • Zimbel IV1'
  • Vox humana8'
  • Tremulant

Pedal C–f'

  • Subbaß16'
  • Octavbaß8'
  • Choralbaß4'
  • Stille Posaune16'
  • Cornett2'
Koppeln: II–I, I–Ped, II–Ped
🏛️

Bedeutung & historischer Kontext

Im protestantischen Kirchenbezirk Neustadt besitzt die Gimmeldinger Orgel das älteste Gehäuse – sie war zudem der erste mechanisch traktierte neobarocke Neubau der Region.

Sie darf als Klangdokument der frühen Orgelbewegung am Übergang vom romantischen zu einem neu interpretierten norddeutschen Klangideal gelten. Die von Adolf Graf favorisierte Orgelbewegung verlangte helle Mixturen, vollständigen Obertonaufbau und den Verzicht auf Streicherregister – all das prägt den Klang der heutigen Orgel bis heute.

Das ursprünglich naturbelassene Eichengehäuse wurde 1969 in Farbe gefasst. 1984 erfolgte eine Überarbeitung der Balganlage, 1995 die Erneuerung der gesamten Traktur durch die renommierte Firma G. F. Steinmeyer (Oettingen).

✍️ Text: Thomas Kaiser
Das älteste Orgelgehäuse im prot. Kirchenbezirk Neustadt – und der erste mechanisch traktierte neobarocke Neubau der Region. Ein klingendes Denkmal der Orgelgeschichte.