Der Ev. Krankenpflegeverein Gimmeldingen

Wir stellen vor!

In Gimmeldingen gibt es Vereine, die vor über 100 Jahren gegründet wurden und noch heute lebendig sind. Der Evangelische Krankenpflegeverein Gimmeldingen ist einer von ihnen. Es war schon immer so, dass es Menschen gab, die zur Bewältigung ihres Alltags Hilfe von außen benötigten. So haben sich im Jahre 1907 der Gimmeldinger Pfarrer und einige Mitglieder der Gemeinde zusammengetan und den „Verein für Krankenpflege und Kleinkinderschule in Gimmeldingen“ in das Vereinsregister des königlichen Amtsgerichts Neustadt an der Haardt eintragen lassen. Der Verein existiert auch heute noch, aber vieles hat sich geändert. Barbara Kermann unterhielt sich mit der 1. Vorsitzenden Frau Ute Wolf.

Frau Wolff, in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde der Kindergarten von der Politischen Gemeinde übernommen. Aber die ambulante Pflege und Betreuung von Kranken und hilfsbedürftigen Menschen in der Gemeinde war noch lange Zeit Aufgabe des Vereins.

Ja, bis in die 1970er Jahre wurde diese Aufgabe von einer Diakonissenschwester übernommen. Viele der Älteren erinnern sich noch an die Schwester Elisabeth, die sich um die Alten und Kranken im Dorf kümmerte.

Es gibt heute keine Schwester mehr im Dorf, wie sieht das heute aus, wenn jemand Hilfe braucht?

Wegen zunehmendem Personalmangel in dem Mutterhaus, konnte die dörfliche Versorgung durch die Diakonissenschwester nicht mehr geleistet werden. Auch die katholischen Krankenpflegevereine wie der Elisabethenverein in 24 Königsbach hatten mit den gleichen Problemen zu kämpfen. Deshalb haben sich 1975 die Diakonissen- und Elisabethen- und Krankenpflegevereine der Region zusammengetan und die ökumenische Sozialstation gegründet. Sie ist für die Stadt Neustadt mit allen Ortsteilen, die Verbandsgemeinde Maikammer und die Verbandsgemeinde Lambrecht zuständig.

Wer kümmert sich nun darum, wenn jemand aus Gimmeldingen Hilfe braucht?

Da wir Mitglied der ökumenischen Sozialstation sind, vermitteln wir die Hilfe bei ambulanter Kranken- und Altenpflege und für hauswirtschaftliche Versorgung. Die ökumenische Sozialstation organisiert die Versorgung durch ausgebildete Fachkräfte. Im Moment werden sechs Mitglieder unseres Krankenpflegevereins in Gimmeldingen betreut, vier weitere erhalten Hilfe im Haushalt.

Muss man Mitglied im Krankenpflegeverein sein, um über die Sozialstation Hilfe zu bekommen?

Jeder bekommt Hilfe. Aber für die Mitglieder des Krankenpflegevereins gelten Ermäßigungen auf die verschiedenen Leistungen, die sich nach der Dauer der Mitgliedschaft berechnen. Die Details können in der Gebührenordnung des Vereins nachgelesen werden. Als Mitglieder gelten auch die Ehepartner und die Kinder bis 18 Jahren.

Der Evangelische Krankenpflegeverein Gimmeldingen e. V. erfüllt inzwischen auch andere Aufgaben.

Wir hier kümmern wir uns um hochbetagte Mitglieder, besuchen sie an runden Geburtstagen und an Weihnachten, dann auch mit einem kleinen Geschenk. So erfüllen wir eine wichtige soziale Aufgabe in unserem Dorf. Wir haben auch vor einigen Jahren einen Vortrag zum Thema Organspende mit Dr. Wuttke organisiert. Leider war das Interesse nicht sehr groß. Aber auch wir im Vorstand schauen darauf, uns weiterzubilden. So haben wir in den letzten Jahren verschiedene Vorträge besucht, z. B. 2009 am Tag der offenen Tür bei der ökumenischen Sozialstation in Neustadt zum Thema „Demenz“.

Wie viele Mitglieder hat der Ev. Gimmeldinger Krankenpflegeverein im Moment und wie hoch ist der Jahresbeitrag?

Im Moment haben wir 155 Familienmitgliedschaften. Der Jahresbeitrag beträgt 31 €. Ein Teil geht an die ökumenische Sozialstation. Aber wir sind ein gemeinnütziger Verein, deshalb wird der Rest zur Unterstützung sozialer Projekte verwendet, ebenso engagieren sich alle aktiven Mitglieder ehrenamtlich. Wer also Mitglied im Krankenpflegeverein ist, tut etwas für unsere Solidargemeinschaft.

Der Ev. Krankenpflegeverein Gimmeldingen ist also ein recht großer Verein und Sie als Vorsitzende haben die Verantwortung und kümmern sich darum, dass alles gut läuft. Dafür gebührt Ihnen ein großes Dankeschön. Wenn Sie sich nun zum Schluss noch etwas wünschen dürften…

Früher war es selbstverständlich für die Gimmeldinger Bürger, Mitglied im Krankenpflegeverein zu sein. Das hat sehr nachgelassen. Daher mein Wunsch: Ich würde mich sehr über neue Mitglieder freuen! Wer sich für unseren Verein interessiert und Näheres erfahren möchte, kann mich gerne anrufen. Meine Telefonnummer: 66546

Liebe Frau Wolf, Vielen Dank für das Gespräch.

 

 

Ute Wolf, 1. Vorsitzende des Ev. Krankenpflege– vereins Gimmeldingen