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Unsere Gemeinde

Die Mußbacher Oberlinger-Orgel

Ein Klangdokument der Orgelbewegung – seit 1966 im Originalzustand erhalten und von bleibendem musikalischen Wert.

Oberlinger-Orgel Mußbach

Geschichte der Orgel

~1730
Erste kleine Orgel durch den Seebacher Orgelbauer Senn mit 9 Registern.
1777
Neubau im barocken Stil durch Johann Carl Baumann (Annweiler) mit Erweiterung.
1804
Umbau durch Geib.
1862
Umbau durch Schlimbach – der Musikgeschmack der Romantik verlangt einen neuen Klang.
1886
Orgelneubau durch Walcker mit 16 Registern auf 2 Manualen und Pedal, mechanischen Kegelladen und drei Collectivtritten (Piano, Forte, Tutti).
1966
Neubau der heutigen neobarocken Oberlinger-Orgel (Gebr. Oberlinger, Windesheim) anlässlich der Kirchenrenovierung. 17 Register, mechanische Schleifladen, traditionelle Bauweise – bis heute im Originalzustand erhalten.

Orgelsanierung – aktueller Stand

In den zurückliegenden Gemeindebriefen wurde mehrfach die dringende Orgelsanierung beschrieben und um Spenden gebeten. Herzlichen Dank an alle, die dazu beigetragen haben!

Bisher gesammeltca. 25.000 €
Ausführende FirmaFa. Märker
Abbau der OrgelEnde Juli
Geplante FertigstellungErntedank

Da das notwendige Gutachten des Orgelsachverständigen der Landeskirche eingetroffen ist, konnte der Bezirkskirchenrat nach den vorliegenden Angeboten die Maßnahme beschließen. Pfarrer Klein erteilte daraufhin umgehend den Auftrag an die Fa. Märker. Diese wird Ende Juli die Orgel abbauen und die Sanierung durchführen. Zu Erntedank wird die Orgel hoffentlich wieder in unserer Kirche in neuem Klang zu hören sein.

Ein großes Dankeschön gebührt unserem Organisten Thomas Kaiser für seinen unermüdlichen Einsatz für unsere Orgel. Bei den Konzerten hat er nicht nur Vielen unvergessene Stunden beschert, sondern auch maßgeblich zu den notwendigen Finanzmitteln beigetragen. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an ihn.

Wir erbitten weiter Ihre Spende! Jeder Beitrag hilft, dieses wertvolle Klangdokument für die Gemeinde zu erhalten.

Dispositionen

📖

Walcker-Orgel (1886–1966)

Historische Disposition

I. Manual C–f‴

  • Bourdon16'
  • Principal8'
  • Flöte8'
  • Viola di Gamba8'
  • Octav4'
  • Rohrflöte4'
  • Mixtur IV2⅔'

II. Manual C–f‴

  • Gemshorn8'
  • Lieblich Gedeckt8'
  • Aeoline8'
  • Voix celeste8'
  • Flauto dolce4'

Pedal C–d'

  • Subbaß16'
  • Violonbaß16'
  • Octavbaß8'
  • Violoncello8'
Koppeln: II–I, I–Ped, II–Ped

Oberlinger-Orgel (seit 1966)

Aktuelle Disposition · 17 Register

Hauptwerk (I) C–g‴

  • Principal8'
  • Rohrflöte8'
  • Oktave4'
  • Kleingedackt4'
  • Superoktav2'
  • Mixtur V1⅓'
  • Trompete8'

Brustwerk (II) C–g″

  • Gedackt8'
  • Koppelflöte4'
  • Principal2'
  • Sesquialter II2⅔'
  • Scharff IV1'
  • Krummhorn8'
  • Tremulant
  • Zimbelstern

Pedal C–f'

  • Subbaß16'
  • Oktavbaß8'
  • Principal4'
  • Posaune16'
Koppeln: II–I, I–Ped, II–Ped

Historischer Kontext: Die Orgelbewegung

Der erneut gewandelte Musikgeschmack der Orgelbewegung, in der Pfalz repräsentiert durch LKMD Adolf Graf, führte nach dem 2. Weltkrieg zu einer Welle an Orgelneubauten und Umbauten. Das verfolgte Klangideal – der sog. Neobarock – verlangte einen vollständigen Obertonaufbau, helle Mixturen und den Verzicht auf Streicherregister.

Dies stand im Gegensatz zur vorhandenen Walcker-Orgel, die Graf typischerweise als aus der „Verfallszeit des Orgelbaus" stammend abwertete. So wurde in Mußbach anlässlich der Kirchenrenovierung 1966 die neue neobarocke Oberlinger-Orgel in traditioneller Bauweise mit mechanischen Schleifladen erstellt.

Die Orgel ist heute im Originalzustand erhalten und kann bereits als erhaltenswertes Klangdokument verstanden werden, das auch qualitativ überzeugt.