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Die Mußbacher Oberlinger-Orgel

Die Mußbacher Johanneskirche kann auf eine bewegte Orgelgeschichte zurückblicken: Eine erste, kleine Orgel wurde um 1730 durch den Seebacher Orgelbauer Senn mit neun Registern erstellt. 1777 wurde diese im barocken Stil durch Johann Carl Baumann (Annweiler) neu errichtet und erweitert, 1804 erfolgte ein Umbau durch Geib. Der gewandelte Musikgeschmack der Romantik führte zu einem Umbau durch Schlimbach 1862 und einem Orgelneubau durch Walcker 1886. Die Walcker-Orgel hatte 16 Register, verteilt auf 2 Manuale und Pedal mit mechanischen Kegelladen, zeittypisch mit drei Collectivtritten für Piano, Forte und Tutti.

 

Disposition der Walcker-Orgel (1886-1966):

I. Manual C-f‘‘‘II. Manual C-f‘‘‘

Pedal (C-d‘)

Bourdon 16’

Principal 8’

Flöte 8‘

Viola di Gamba 8’

Octav 4‘

Rohrflöte 4‘

Mixtur IV 2 2/3’

Gemshorn 8’

Lieblich Gedeckt 8‘

Aeoline 8’

Voix celeste 8‘

Flauto dolce 4‘

Subbaß 16‘

Violonbaß 16’

Octavbaß 8‘

Violoncello 8’

 

Koppeln:

II-I, I-Ped, II-Ped

 

Der erneut gewandelte Musikgeschmack der Orgelbewegung, in der Pfalz repräsentiert durch LKMD Adolf Graf, führte nach dem 2. Weltkrieg zu einer Welle an Orgelneubauten (sowie Umbauten). Das verfolgte Klangideal (sog. Neobarock) verlangte einen vollständigen Obertonaufbau, helle Mixturen und den Verzicht auf Streicherregister. Es stand im Gegensatz zur vorhandenen Walcker-Orgel, die Graf typischerweise als aus der „Verfallszeit des Orgelbaus“ stammend abwertete. So wurde in Mußbach anlässlich der vorherigen Kirchenrenovierung 1966 eine neue, neobarocke Orgel mit mechanischen Schleifladen durch Gebr. Oberlinger (Windesheim) in traditioneller Bauweise erstellt. Die heutige Orgel verfügt über 17 Register, verteilt auf Hauptwerk (links und rechts), das mittig positionierte Brustwerk sowie das dahinter platzierte Pedalwerk. Die Orgel ist im Originalzustand erhalten und kann heute bereits als erhaltenswertes Klangdokument verstanden werden, das auch qualitativ überzeugt.

 

Disposition der Oberlinger-Orgel (seit 1966):

Hauptwerk (I), C-g‘‘‘Brustwerk (II), C-g‘‘

Pedal (C-f‘)

Principal 8‘

Rohrflöte 8‘

Oktave 4‘

Kleingedackt 4‘

Superoktav 2‘

Mixtur V 1 1/3‘

Trompete 8’
 

Gedackt 8‘

Koppelflöte 4‘

Principal 2‘

Sesquialter II 2 2/3‘

Scharff IV 1’

Krummhorn 8’

Tremulant

Zimbelstern

Subbaß 16‘

Oktavbaß 8‘

Principal 4‘

Posaune 16‘

Koppeln:

II-I, I-Ped, II-Ped