Die Mußbacher Oberlinger-Orgel
Ein Klangdokument der Orgelbewegung – seit 1966 im Originalzustand erhalten und von bleibendem musikalischen Wert.

Geschichte der Orgel
Orgelsanierung – aktueller Stand
In den zurückliegenden Gemeindebriefen wurde mehrfach die dringende Orgelsanierung beschrieben und um Spenden gebeten. Herzlichen Dank an alle, die dazu beigetragen haben!
Da das notwendige Gutachten des Orgelsachverständigen der Landeskirche eingetroffen ist, konnte der Bezirkskirchenrat nach den vorliegenden Angeboten die Maßnahme beschließen. Pfarrer Klein erteilte daraufhin umgehend den Auftrag an die Fa. Märker. Diese wird Ende Juli die Orgel abbauen und die Sanierung durchführen. Zu Erntedank wird die Orgel hoffentlich wieder in unserer Kirche in neuem Klang zu hören sein.
Ein großes Dankeschön gebührt unserem Organisten Thomas Kaiser für seinen unermüdlichen Einsatz für unsere Orgel. Bei den Konzerten hat er nicht nur Vielen unvergessene Stunden beschert, sondern auch maßgeblich zu den notwendigen Finanzmitteln beigetragen. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an ihn.
Dispositionen
Walcker-Orgel (1886–1966)
I. Manual C–f‴
- Bourdon16'
- Principal8'
- Flöte8'
- Viola di Gamba8'
- Octav4'
- Rohrflöte4'
- Mixtur IV2⅔'
II. Manual C–f‴
- Gemshorn8'
- Lieblich Gedeckt8'
- Aeoline8'
- Voix celeste8'
- Flauto dolce4'
Pedal C–d'
- Subbaß16'
- Violonbaß16'
- Octavbaß8'
- Violoncello8'
Oberlinger-Orgel (seit 1966)
Hauptwerk (I) C–g‴
- Principal8'
- Rohrflöte8'
- Oktave4'
- Kleingedackt4'
- Superoktav2'
- Mixtur V1⅓'
- Trompete8'
Brustwerk (II) C–g″
- Gedackt8'
- Koppelflöte4'
- Principal2'
- Sesquialter II2⅔'
- Scharff IV1'
- Krummhorn8'
- Tremulant
- Zimbelstern
Pedal C–f'
- Subbaß16'
- Oktavbaß8'
- Principal4'
- Posaune16'
Historischer Kontext: Die Orgelbewegung
Der erneut gewandelte Musikgeschmack der Orgelbewegung, in der Pfalz repräsentiert durch LKMD Adolf Graf, führte nach dem 2. Weltkrieg zu einer Welle an Orgelneubauten und Umbauten. Das verfolgte Klangideal – der sog. Neobarock – verlangte einen vollständigen Obertonaufbau, helle Mixturen und den Verzicht auf Streicherregister.
Dies stand im Gegensatz zur vorhandenen Walcker-Orgel, die Graf typischerweise als aus der „Verfallszeit des Orgelbaus" stammend abwertete. So wurde in Mußbach anlässlich der Kirchenrenovierung 1966 die neue neobarocke Oberlinger-Orgel in traditioneller Bauweise mit mechanischen Schleifladen erstellt.
Die Orgel ist heute im Originalzustand erhalten und kann bereits als erhaltenswertes Klangdokument verstanden werden, das auch qualitativ überzeugt.
