Die Mußbacher Oberlinger-Orgel
Ein Klangdokument der Orgelbewegung – seit 1966 im Originalzustand erhalten und von bleibendem musikalischen Wert.

📜 Geschichte der Orgel
🎹 Dispositionen
Walcker-Orgel (1886–1966)
I. Manual C–f‴
- Bourdon16'
- Principal8'
- Flöte8'
- Viola di Gamba8'
- Octav4'
- Rohrflöte4'
- Mixtur IV2⅔'
II. Manual C–f‴
- Gemshorn8'
- Lieblich Gedeckt8'
- Aeoline8'
- Voix celeste8'
- Flauto dolce4'
Pedal C–d'
- Subbaß16'
- Violonbaß16'
- Octavbaß8'
- Violoncello8'
Oberlinger-Orgel (seit 1966)
Hauptwerk (I) C–g‴
- Principal8'
- Rohrflöte8'
- Oktave4'
- Kleingedackt4'
- Superoktav2'
- Mixtur V1⅓'
- Trompete8'
Brustwerk (II) C–g″
- Gedackt8'
- Koppelflöte4'
- Principal2'
- Sesquialter II2⅔'
- Scharff IV1'
- Krummhorn8'
- Tremulant
- Zimbelstern
Pedal C–f'
- Subbaß16'
- Oktavbaß8'
- Principal4'
- Posaune16'
Historischer Kontext: Die Orgelbewegung
Der erneut gewandelte Musikgeschmack der Orgelbewegung, in der Pfalz repräsentiert durch LKMD Adolf Graf, führte nach dem 2. Weltkrieg zu einer Welle an Orgelneubauten und Umbauten. Das verfolgte Klangideal – der sog. Neobarock – verlangte einen vollständigen Obertonaufbau, helle Mixturen und den Verzicht auf Streicherregister.
Dies stand im Gegensatz zur vorhandenen Walcker-Orgel, die Graf typischerweise als aus der „Verfallszeit des Orgelbaus" stammend abwertete. So wurde in Mußbach anlässlich der Kirchenrenovierung 1966 die neue neobarocke Oberlinger-Orgel in traditioneller Bauweise mit mechanischen Schleifladen erstellt.
Die Orgel ist heute im Originalzustand erhalten und kann bereits als erhaltenswertes Klangdokument verstanden werden, das auch qualitativ überzeugt.
